“Angst fressen Hirn auf”
“Angst fressen Hirn auf” - das war mein spontaner Gedanke beim Lesen eines Leserbriefs im aktuellen SPIEGEL. Der Verfasser schreibt:
“Die Frage, ob die Staatsgewalt alles, aber auch wirklich alles zum Schutz des Landes machen darf, wird sich schlagartig erübrigen, wenn das erste Terrorattentat mit Toten stattfindet. Dann werden alle Gutmenschen, Datenschützer und Verzögerer sowie keine passenden Worte mehr auf Lager haben.” (SPIEGEL 29/2007, Seite 10)
Einer solchen Aussage könnte man mit Kopfschütteln oder einem reflexartigen Ballen der Faust begegnen - oder mit einer zarten ironischen Überspitzung. Also:
Lieber Herr J. aus K., Sie haben ja so recht! Ich stimme Ihnen in Gänze zu und plädiere hiermit im Interesse der inneren Sicherheit und zur zuverlässigen Verhinderung möglicher terorristischer Attentate für folgendes:
- Sofortige Abschiebung aller aus islamischen Ländern stammender Männer unter 40 Jahre. Dieser Gruppe entstammen - das ist statistisch erwiesen - die meisten Terroristen, so dass unter Gefährdungsaspekten deren Aufenthalt im Bundesgebiet nicht länger hinnehmbar ist.
- Aufbau entsprechender technischer und personeller Ressourcen, um eine vollständige Überwachung aller Kommunikationsaktivitäten aller Bürger zu ermöglichen - schließlich werden bei Attentatsvorbereitungen praktisch immer Handys und vor allem das Internet benutzt. Eine rund 10%ige Erhöhung der Steuern für diesen Zweck ist ein kleiner Preis für das Mehr an Sicherheit.
- Vollständige und sofortige Abschaffung von Bargeld und systematische Überwachung aller elektronischen Zahlungen. Auf diese Weise kann den Terroristen effektiv der Geldhahn abgedreht werden. Achja, und Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung werden damit auch ein für allemal unterbunden.
- Einführung strenger Personenkontrollen mit Metall- und Sprengstoffdetektoren in allen öffentlichen Gebäuden. Nicht nur an Flughäfen, sondern auch in Bahnhöfen, Einkaufszentren, Kinos etc. pp. Wenn dadurch Pendler im morgendlichen Berufsverkehr eine halbe Stunde extra Zeit einplanen müssen, ist das im Verhältnis zum Risiko eines Anschlags hinnehmbar.
- Sofortige, massive Aufstockung der Ordnungskräfte. Derzeit kommen in Deutschland auf 100.000 Bürger nur lächerliche 330 Polizisten. Wie soll damit unsere Sicherheit gewährleistet werden? Rein rechnerisch muss jeder Polizist auf über 300 Bürger aufpassen, das kann doch nicht funktionieren! Wir sollten aus den Erfahrungen der ostdeutschen Bundesländer in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts lernen - wenn es zur Abwehr des Klassenfeinds erlaubt war, eine große Zahl von Bürgern als inoffizielle Mitarbeiter zu beschäftigen, kann das doch zur Abwehr des internationalen Terrors nicht verkehrt sein.
- Streichung der Unschuldsvermutung aus dem Gesetz. Ein Verdächtiger gilt solange als schuldig, bis er seine Unschuld bewiesen hat. Es kann doch nicht angehen, dass jemand sich Bombenbauanleitungen aus dem Internet herunterlädt und wir warten müssen, bis er tatsächlich einen Bahnhof in die Luft sprengt. Die Amerikaner haben es mit ihren “Sondergefängnissen” vorgemacht - greifen wir also unsere Erfahrungen aus den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts zurück, organisatorisch sind wir Deutschen in solchen Dingen doch unschlagbar.
(Verfasser nach Diktat verreist - auf der Suche nach einem Land, dessen Bewohner Freiheit und Rechtstaatlichtkeit noch zu würdigen wissen.)